Eintrag 31 | Die Hafenbucht

Eintrag 31 | Die Hafenbucht

Ich bin dem Raben weiter gefolgt. Er führte mich durch eine enge Durchfahrt zwischen hohen Felsen, die ich ohne ihn vermutlich gar nicht bemerkt hätte.

Dahinter öffnete sich der Fjord plötzlich zu einer weiten Bucht.

Der Nebel war hier merklich dünner geworden und der Mond schien fast unheimlich hindurch. Sein fahles Licht fiel über das Wasser und liess nach und nach einen alten Hafen sichtbar werden.

Die Bucht lag eingebettet zwischen dunklen, dicht bewaldeten Gebirgszügen. Entlang des Ufers standen einige alte Häuser, Schuppen und hölzerne Anlegestellen. Vieles war direkt auf Stelzen und alten Hafenbauten errichtet.

Alles wirkte alt und verlassen.

Trotzdem konnte ich mir gut vorstellen, dass hier früher einiges los gewesen sein musste. Der Hafen war viel zu gross und zu aufwendig gebaut, um nur ein kleiner Zufluchtsort gewesen zu sein.

Wozu er wohl einmal diente?

Und wer hatte ihn überhaupt erbaut?

Ganz verlassen scheint dieser Ort allerdings nicht zu sein.

Weiter hinten fiel mir ein markantes Haus auf. Im Erdgeschoss brannte tatsächlich Licht. Nur schwach, aber deutlich genug, dass es mir sofort auffiel.

Und wenn ich mich nicht täusche, ist der Rabe genau dorthin geflogen.

Ich werde hier wohl an Land gehen und mich umsehen.