Den Leuchtturm und den Schiffsfriedhof habe ich inzwischen hinter mir gelassen.
Die See ist etwas ruhiger geworden, doch zwischen Felsen und Inseln bleibt die Fahrt schwierig.
Ich hatte heute allerdings einen ziemlich merkwürdigen Besucher.
Ein grosser, pechschwarzer Rabe landete plötzlich direkt neben mir auf der Reling der Aurora. Ich habe mich ordentlich erschrocken. Doch anstatt davonzufliegen, blieb er einfach sitzen und starrte mich an. Selbst als ich mich ihm näherte, rührte er sich nicht.
Dann klopfte er zweimal mit seinem Schnabel gegen das Holz. Nach einer kurzen Pause folgte ein dritter Schlag.
Ein seltsamer Vogel.
Kurz darauf wandte er den Kopf zur Küste. Zwischen den vorgelagerten Inseln und den bewaldeten Fjordhügeln zweigt dort ein grosser Seitenarm nach links ab. Im Nebel hätte ich ihn beinahe übersehen.
Der Rabe breitete seine Flügel aus, flog genau in diese Richtung und liess sich wenig später auf einem Felsen nieder. Dort blickte er zurück zur Aurora, fast so, als würde er auf mich warten.
Elias hatte nichts von einem Raben erwähnt. Nur vom Schwarzen Anker. Und natürlich von seiner Warnung, keinen Lichtern und keinen Stimmen im Nebel zu trauen.
Von düsteren Raben war keine Rede.
Also habe ich vorsichtig den Kurs geändert und bin dem Seitenarm gefolgt.
Vielleicht führt mich dieser seltsame Vogel ja zu einem Anlegeplatz?
Ein schwarzer Rabe, der mich durch den Nebel lotst ...
Was kann da schon schiefgehen?