Die Küste zeigt sich zwischendurch von einer erstaunlich schönen Seite.
Zum ersten Mal seit einer Weile scheint sich sogar die Sonne noch einmal durchsetzen zu wollen. Ihr Licht bricht durch die Wolken, legt helle Streifen auf das Wasser und drängt den Nebel für kurze Zeit zurück. Fast wirkt es, als würde sie noch einmal alles geben, bevor diese Küste endgültig grauer wird.
Trotz der rauen Felsen scheint hier beinahe überall etwas zu leben. Möwen ziehen über dem Wasser ihre Kreise, zwischen den Klippen sitzen Seevögel und unter der Oberfläche scheint es reichlich Fisch zu geben.
Heute bin ich sogar auf eine ganze Gruppe Seehunde gestossen.
Sie lagen dicht beieinander auf einer flachen Felsenbank und sahen geschlossen zu mir herüber, als hätten sie gerade einen Geist entdeckt.
„Noch nie einen Waschbären segeln gesehen?“, rief ich ihnen zu.
Sie starrten weiter.
Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass hier draussen nur selten jemand vorbeikommt.
Je länger ich dieser Küste folge, desto mehr begreife ich, wie gewaltig dieser Fjord sein muss. Seit Stunden segle ich nach Westen und hinter jeder Landzunge erscheint bereits die nächste.
Doch die Landschaft verändert sich.
Die hohen, schroffen Berge werden niedriger. Die Küste wird hügeliger, die Fichtenwälder dichter und reichen stellenweise beinahe bis ans Wasser.
Genau davon war in einer der alten Aufzeichnungen die Rede.
Wenn sie stimmt, komme ich näher.
Nur woran werde ich merken, dass ich die Nebelküste wirklich erreicht habe?
Noch mehr Nebel?
Vermutlich wäre das zumindest ein Hinweis.