Eintrag 18 | Licht in der Dunkelheit

Eintrag 18 | Licht in der Dunkelheit

Der Wasserlauf führt tief in den Berg hinein. Die Höhle ist hier gewaltig. Stellenweise zieht sie sich wie ein endloser Tunnel durch den Fels, so gross, dass das Rauschen des Wassers von den Wänden zurückgeworfen wird.

Ich hatte erwartet, dass es mit jedem Schritt dunkler werden würde.

Das Gegenteil ist der Fall.
An einigen Stellen reichen schmale Spalten bis an die Oberfläche. Durch sie fällt Tageslicht in die Höhle und verliert sich irgendwo zwischen Fels und Wasser.

Doch selbst dort, wo kein Licht von draussen eindringt, ist es nicht vollkommen dunkel.

Die Kristalle werden häufiger. Zuerst waren es nur einzelne Einschlüsse im Gestein. Inzwischen ziehen sich ganze Adern durch die Wände.

Manche verschwinden nach wenigen Metern wieder, andere reichen so weit in den Fels hinein, dass ich ihr Ende nicht erkennen kann.

Und sie schimmern.

Nicht stark. Es ist kein Licht wie von einer Lampe oder einer Flamme. Eher ein kühler, bläulicher Schein, der aus dem Inneren der Kristalle zu kommen scheint. Gerade genug, um Konturen im Dunkeln sichtbar zu machen.